Referenzbeispiele - Altlastensanierung

Referenzbeispiel

Stuttgart, Sanierung Gaswerk Gaisburg
EnBW Gas GmbH
01/2009 bis 12/2012
Ingenieurleistungen zur Sanierung von Boden -und Grundwasserkontaminationen


Die Sanierung des Altstandortes soll nach der in der Bewertungs-kommission abgestimmten Vorplanung durch eine Verfahrens-kombination aus hydraulischer Sicherung durch eine Teilumschließung des weiteren Schadensbereiches mit Grundwasserentnahme und einer nachfolgenden Herdsanierung durch Dekontamination zugänglicher Kernschadensbereiche und Ölphasenpools erfolgen.


Die Gesamtsanierungsmaßnahme wird bautechnisch in den Jahren 2010 und 2011 erfolgen, eine hydraulische Langzeitsicherung und ein begleitendes Grundwassermonitoring werden sich anschließen.

Im I. Bauabschnitt wird die Teilumschließung des weiteren Schadens-bereiches hergestellt und eine Grundwasserreinigungsanlage zur hydraulischen Sicherung eingerichtet. Der II. Bauabschnitt umfasst die Herdsanierung durch Dekontamination/Bodenaustausch im Kern-schadensbereich auf bis 10.000 m² Fläche mit einer Tiefenerstreckung von bis zu 9 m.

Der Standort liegt in der Kernzone des Quellenschutzgebietes zum Schutz der staatlich anerkannten Heilquellen in Stuttgart–Bad Cannstatt und Stuttgart–Berg (Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart vom Juni 2002).

Besondere Anforderungen an die Planung und Bauausführung ergeben sich aus dem artesisch gespannten Heilwasservorkommen im Untergrund und der Vermeidung von Mineralwasseraufbrüchen bei Erd- und Tiefbau-arbeiten in kontaminierten Bereichen.

Leistungsumfang:

  • Sichtung und Auswertung vorhandener Gutachten bisheriger Erkundungen
  • Erstellung Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die hydraulische Sicherung
  • Erstellung der Ausschreibungsunterlagen und Mitwirkung bei der Vergabe für die Grundwasserreinigungsanlage
  • Erstellung Ausschreibungsunterlagen und Mitwirkung bei der Vergabe Dichtwand (Einphasen-Schlitzwand mit HDI-Teilstrecken)
  • Variantenstudie zur Herdsanierung
  • Erstellung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Herdsanierung
  • Bauoberleitung und örtl. Bauüberwachung für hydraulische Sicherung und Herdsanierung
  • Planung, Überwachung und Auswertung des Grundwassermonitorings
  • Dokumentation

 

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Referenzbeispiel

Nienburg/Weser, Tanklager „Schäferhof-Nord“
Staatliches Baumanagement Weser-Leine/ Oberfinanzdirektion Hannover
2007
Orientierende Untersuchung auf der Bundesliegenschaft


Das ehemalige Bundeswehrtanklager Schäferhof liegt südlich der Stadt Nienburg/Weser direkt an der Weser. Während der Südteil des Tanklagers bereits länger ungenutzt und Gegenstand umfassender Altlastenuntersuchungen und -sanierungen war, wurde der Nordteil noch lange militärisch genutzt und diente zuletzt der Erdölbevorratung des Bundes. Im Zusammenhang mit der Aufgabe der militärischen Nutzung und der Veräußerung der Fläche für eine zivile Nachnutzung sollten Orientierende Untersuchungen der Belastungssituation in Boden und Grundwasser durchgeführt werden. Hiermit wurde die Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH vom Staatlichen Baumanagement Weser-Leine in Zusammenarbeit mit der Oberfinanzdirektion Hannover beauftragt.


Das Tanklager Schäferhof war vor dem Zweiten Weltkrieg in einem Waldgrundstück für die Treibstoffversorgung der Wehrmacht errichtet worden. Auf einer Fläche von 54 ha stand in 30 unterirdischen, genieteten Tanks in drei Tankgruppen ein Lagervolumen von 100.000 m³ zur Verfügung. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Tanklager massiv bombardiert. Sechs der Tanks wurden dabei trotz der massiven Schutzmaßnahmen (Beton-Splitterschutz, Übererdung usw.) zerstört, die übrigen sind bis heute in Betrieb.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Tanklager zunächst von der Britischen Armee ohne wesentliche Umbauarbeiten genutzt und in den Siebziger Jahren unter Verwendung der vorhandenen und unzerstörten unterirdischen Tankanlagen zu einem den aktuellen Vorschriften entsprechenden Tanklager umgebaut.

Zur Erkundung der Belastungs­situation wurden nach einer Aufarbeitung der historischen Unterlagen der drei wesentlichen Nutzungsphasen umfangreiche Untersuchungen des Bodens und des Grundwassers vor allem im Zusammenhang mit den Kriegseinwirkungen und der unmittelbaren Nachkriegsnutzung in dem wiederhergestellten Tanklager durchgeführt. Wegen der Größe der Liegenschaft wurde dabei auf eine Untersuchung der Belastung an den bekannten Stellen mit Kriegseinwirkungen (vor allem den zerstörten Tanks) und eine exemplarische Erkundung typischer Einzelsituationen mit Altlastenverdacht (z. B. ehemalige Pumpstationen) abgehoben. Gleichzeitig wurden die Auswirkungen dieser Eintragsstellen auf den Grundwasserleiter insgesamt untersucht.

Trotz der heute noch im Boden nachweisbaren Schadstoffeinträge durch die Kriegseinwirkungen konnten keine wesentlichen Schadstoff-belastungen im Grundwasser nachgewiesen werden. Das Tanklager konnte auf dieser Grundlage verkauft werden. Es wird zukünftig zivil nachgenutzt werden.

 

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