Referenzbeispiele - Abfallwirtschaft

Referenzbeispiel

Wunstorf, „Fulgurit-Asbestzementschlammhalde“
Forschungsvorhaben von BIG und der Leuphana-Universität Suderburg
2006 bis heute
Planungsleistungen zur Nachnutzung einer Altablagerung


Die Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH bearbeitet zusammen mit der Leuphana-Universität, Lüneburg, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsvorhaben „Nachnutzung von Altablagerungen an der Peripherie eines städtischen Raumes am Beispiel der Fulgurit-Asbestzement-schlammhalde in Wunstorf, Region Hannover („NAPS“)“ im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunktes „Forschung für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und ein nachhaltiges Flächenmanagement (REFINA)“. Dabei soll nachgewiesen werden, ob und unter welchen naturwissenschaftlich-technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen Altablagerungs-standorte für eine Nachnutzung als Fläche für Gewerbe-, Industrie- oder ggf. auch Wohnnutzung hergerichtet werden können und in welcher Weise die beteiligten Akteure zur Umsetzung solcher Projekte zusammenarbeiten sollten. Als Demonstrationsstandort für das Forschungsvorhaben ist die Fulgurit-Halde in Wunstorf ausgesucht worden, auf der über Jahrzehnte Produktionsrückstände aus der Herstellung von Asbestzement-Erzeugnissen im Spülverfahren abge-lagert wurden.


Ein wesentlicher Baustein des Forschungsvorhabens ist die Erstellung einer Machbarkeitsstudie mit Bezug auf die angestrebte Nachnutzung. Auf der Grundlage einer genauen Beschreibung der Ablagerung und ihres Ablagerungsinventars wurden technische Lösungen zur Herstellung bebaubarer Flächen entwickelt und hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit, vor allem in genehmigungsrechtlicher Hinsicht, bewertet. Hierzu gehörte auch
die Ermittlung der erforderlichen Kosten.

Zur Vorbereitung dieser Machbarkeitsstudie waren Untersuchungen der Ablagerung (Asbestzementschlämme) zur Beschreibung des Ablagerungsmaterials als Abfall und zur Vorhersage der Umweltauswirkungen von Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

  • Erkundung des Ablagerungskörpers
  • Bestimmung des Gesamtvolumens der Fulgurit-Halde
  • Erkundung des Haldenumfeldes zur seitlichen Abgrenzung
  • Ermittlung der Faserfreisetzung beim Abtrag der Fulgurit-Halde im Rahmen eines pilotartigen Feldversuches


Auf Grundlage der Ergebnisse aus den durchgeführten Untersuchungen wurde eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Fulgurit-Halde erstellt, in deren Ergebnis eine externe Deponierung der Asbestzementschlämme in einem Monopolder auf einer Hausmülldeponie als Vorzugsvariante hervorging.

Derzeit erfolgt die planerische Vorbereitung der Sanierung der Fulgurit-Halde in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden.

 

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Referenzbeispiel

Revitalisierung der Säureharzdeponien Neukirchen und Mittelbach
Regierungspräsidium Chemnitz und SMUL
1998 bis heute
Abfallwirtschaft


Die Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH ist seit 1998 als Arbeitsgemeinschaftspartner in der ARGE AFC Sachsen mit dem finanziellen und technischen Controlling von Maßnahmen zur Sanierung/Brachflächenrevitalisierung von mehr als 200 ehem. Industriestandorten und -brachen des Freistaates Sachsen beauftragt. In diesem Zusammenhang obliegt der Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH als Partner der ARGE GPC Sachsen auch das finanzielle und technische Controlling für die Betriebsflächen des ehem. MOTIMOL-Werkes (heute Baufeld-Gruppe), zu denen auch die  ehem. Ablagerungsflächen mit insgesamt 130.000 t Produktionsreststoffen und -rückständen der ehem. MOTIMOL-Werke (sog. Säureharzteiche) gehören. Die ehem. Ablagerungsflächen befinden sich teilweise in unmittelbarer Nachbarschaft zu Einfamilienhäusern, unmittelbar angrenzend befindet sich ein im Sinne des Naturschutzrechtes zu schützendes Biotop. Die Mineralölraffinerie ist teilweise in Auenbereichen, d. h. in überflutungsgefährdeten Bereichen angelegt.


Im Rahmen der mehr als 50 Mio. € teuren Sanierung werden seit 1997 die Bereiche der Säureharzteiche durch Beräumung des Säureharzes und seine anschließende thermische Verwertung oder durch Sicherungs-maßnahmen in Form von Abdichtungssystemen wieder renaturiert und in das Landschaftsbild eingegliedert. Im Zusammenhang mit der Sanierung dieser ehem. MOTIMOL-Standorte sind

  • Maßnahmen zur Begutachtung und Wertermittlung von Grundstücken hinsichtlich ihrer Belastung durch Altlasten oder andere ökologische Lasten
  • Planung von Maßnahmen zur Sanierung mittels Vor-Ort-Konditionierung und thermischer Verwertung der Ersatzbrennstoffe bzw. teilweise Deponierung
  • Überwachung von Maßnahmen zur Sanierung mittels Vor-Ort-Konditionierung und thermischer Verwertung der Ersatzbrennstoffe bzw. teilweise Deponierung nach Teil VII HOAI unter Berücksichtigung von Teil V und Teil VI HOAI inkl. des Finanzcontrollings für die Kostenkalkulation zum Aushub, zur Konditionierung und zur thermischen Verwertung der Ersatzbrennstoffe und
  • Durchführung von Maßnahmen zur Sanierung mittels Vor-Ort-Konditionierung und thermischer Verwertung der Ersatzbrennstoffe bzw. teilweise Deponierung


zu controllen und zu managen. Diese Leistungen werden flankiert durch städtebauliche und landschaftsbauliche Maßnahmen.

BIG wurde zusätzlich mit der öffentlichen Überwachung der Sanierungs-maßnahmen im Bereich des ersten zu sanierenden Säureharzteiches beauftragt.

 

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